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Sonnenenergie soll Energieprobleme lindern

Der Energiehunger ist in Indien gewaltig und wächst ständig. 2008 wurden den Kraftwerken an heißen Sommertagen 2000 Megawatt Leistung abgefordert. 2013 sind es 5.600 MW. Bislang produziert Indien zwei Drittel seines Stroms mit Kohle, AKW decken 2 Prozent des Strombedarfs. Wichtiger sind Wasserkraftwerke. Übers Jahr gesehen liefern sie 17 %. Die Lücken sollen durch Sonnenenergie geschlossen werden (bisher 1 %). Die Anschaffungskosten einer Solaranlage subventioniert der Staat zu fast 50 %. Indien will bis 2022 „Solar Super Power“ werden. Die Gesamtleistung aller Solarkraftwerke soll sich bis dahin verzehnfachen und 22 Gigawatt betragen, das wären dann 7 % des Stromverbrauchs. Der Solarstrom soll zu gleichen teilen mit Photovoltaik und solarthermischen Anlagen gewonnen werden.


Probleme, an denen gearbeitet wird, sind: Landverbrauch und Staub. Experimentiert wird mit schwimmenden Solaranlagen.
Statt Batterien oder geschmolzenem Salz soll massiver Stahl als neuartiges Speichersystem eingesetzt werden. Konzentriertes Sonnenlicht fällt in ein Loch und heizt den Stahl auf 500 Grad auf. Rund um den Stahlkern verläuft ein Rohr mit Wasser, das in Dampf verwandelt wird. Die Speicherdauer beträgt mehr als 24 Stunden. Die Betriebsdauer 25 Jahre.

Auf dem Land sollen kleine, unabhängige Stromnetze, die mehrere Solarmodule und Verbraucher verbinden, aufgebaut werden.

(Karl Kerschgens referierte aus einem Beitrag des Deutschlandfunks vom 14.09.2014. Die Sendung kann unter folgendem Link gehört werden: Energie – Indiens Weg ins Solarzeitalter )

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Mikrokredite

In den vergangenen Wochen gab es Sendungen und Zeitungsberichte über negative Auswirkungen von Mikrokrediten mit reißerischen Schlagzeilen wie „Ausweglos verschuldet – Selbsttötungswelle unter Mikrokreditnehmerinnen in Indien“ oder „Ein Visionär scheitert“ (gemeint ist Prof. Yunus). Die Selbsttötungs„welle“ umfasste etwa 50 Personen in einem indischen Bundesstaat.
Aus einem Interview mit Prof. Reinhart Schmidt, Uni Frankfurt, Internationales Bank- und Finanzwesen: „Diese Fälle sind in einer Region Indiens passiert, in der sich zahlreiche Mikrofinanzinstitutionen einen erbitterten Wettbewerb liefern. Dort scheint der Druck der Kreditgeber auf die Mitglieder einer Gruppe von Schuldnern, die gemeinsam haften, enorm groß geworden zu sein und zu diesen furchtbaren Konsequenzen geführt zu haben.“ Von diesem Hintergrund war in der Presse nichts zu lesen, statt dessen Verallgemeinerungen.
Offensichtlich gibt es Missbrauch, Missstände und Profithaie. Sind deswegen schon Idee und 30-jährige Praxis der Vergabe von Mikrokrediten gescheitert? Die Beweise der Gegner sind noch zu wenig fundiert. Es gibt viele Gegenbeispiele für eine gut funktionierende Kreditvergabe.

Einsatz in Indien

Für den Dienstag, den 29.9.2009, laden das Nord-Süd–Forum und die Karl Kübel Stiftung zu einer Abendveranstaltung um 20:00 Uhr in den Keller der alten Faktorei, Hauptstraße 39 in Bensheim ein.
Nicola Wüstner, ehemalige Abiturientin des Goethe-Gymnasiums, berichtet von ihrem Einsatz als Freiwillige im Rahmen des weltwärts Programms der Bundesregierung. Sieben Monate engagierte sie sich in Velangani bei Nagapattinam, gemeinsam mit Mirjam Groß, für Kinder aus Familien, die vom Tsunami betroffen waren. Die jungen Frauen verschönerten das Strahklemann Children Support Center, unterrichteten Spoken English und gestalteten dort den Tagesablauf gemeinsam mit den Kindern und Erziehern. Außerdem lernten sie die Situation der Familien vor Ort kennen, die zum Teil erst jetzt ihre neu gebauten Häuser beziehen konnten.
Wer interessiert ist, zu hören, welche Herausforderungen und Chancen ein Freiwilligeneinsatz in Südindien bietet, wird durch den reich bebilderten Vortrag davon einen umfassenden Eindruck erhalten können. Eindrucksvoll wird aber auch deutlich, wie mühsam der Wiederaufbau nach dem Tsunami vorangekommen ist, besonders seit das Interesse der Weltöffentlichkeit abgenommen und der indische Staat seine Maßnahmen beendet hat. Hierzu berichtet auch Renate Tietz von der Karl Kübel Stiftung, die ebenfalls im Januar vor Ort war.

Der Vortrag beginnt um 20.00 Uhr und wird voraussichtlich um 21.30 beendet sein.

Einen ersten Eindruck von der Arbeit von Nicola Wüstner und Miriam Groß vermittelt der Blog, in dem sie von Indien aus über ihre Arbeit berichtet haben.