Archive for the ‘Allgemeines’ Category

Wie wollen wir leben?

Im Treffen des Forums am 18.1.2018 gab Walter Tydecks gab einen Einblick in eine Studie, die die Forschungsstätte der Evangelischen Studiengemeinschaft e.V. (FEST), ein interdisziplinäres Forschungsinstitut, seit 1958 mit Sitz in Heidelberg, im Auftrag des Umweltbundesamtes durchgeführt hatte. Die Messung der wirtschaftlichen Entwicklung durch die Kenngröße des Bruttoinlandsprodukts (BIP) berücksichtigt eine Vielzahl von Aktivitäten und Veränderungen in unserer Gesellschaft nicht. Deshalb ist das BIP nicht besonders aussagekräftig, um die Wohlstandsentwicklung eines Landes abzubilden. Beispielsweise wirken sich Unfälle und Erkrankungen positiv auf das BIP aus.

Daher hat die Forschungsstätte auf neue Wohlfahrtsindices hingewiesen: NWI/RWI 

Dieter Hampel wies auf den völlig anderen Ansatz der Wohlstandsmessung in Bhutan hin. Der wurde auf der Jahresversammlung der GLS Bank in Bochum (2017) von Ha Vinh Tro in einem Vortrag über „Die inneren und äußeren Bedingungen des Glücks“ vorgestellt.

Bhutan ist nicht das Land mit den glücklichsten Menschen auf der Welt. Aber es ist das einzige Land der Welt, wo das staatliche Ziel der Erhöhung des Bruttonationalproduktes durch das Ziel Bruttonationalglück ersetzt worden ist. Dabei stellt sich natürlich die Frage, ob der Begriff Bruttonationalglück nicht besser durch Bruttosozialglück ersetzt werden sollte.

Ha Vinh Tro ist Leiter des Bruttonationalglück-Forschungszentrums in Bhutan. Er erklärt, warum sich die Gesellschaft von Bhutan dieses Ziel gesetzt hat und was dies in der Praxis bedeutet: ein einfühlsamer, spannender und überzeugender Vortrag.

Advertisements

Ernährungsräte zur Förderung einer alternativen Landwirtschaft

„Unser derzeitiges Ernährungssystem führt uns in die Sackgasse, denn es schadet Mensch, Tier und Umwelt. Tierfabriken, patentiertes Saatgut, Monokulturen, und Land Grabbing sind charakteristische Beispiele für eine fehlgeleitete industrialisierte Landwirtschaft und eine an den Interessen großer Konzerne ausgerichtete globale Agrarpolitik. Gleichzeitig geht die Schere zwischen Arm und Reich immer weiter auseinander. Globale Gerechtigkeit: Fehlanzeige!

Die Förderung eines alternativen Landwirtschaftsmodells weltweit bedeutet, dass wir in Deutschland auf regionaler Ebene zukunftsfähige Ernährungsstrategien entwickeln müssen – denn über das Ernährungssystem sind wir mit anderen Teilen der Erde verbunden. Gerade in unseren Städten und Kommunen sind die komplexen Zusammenhänge überschaubarer und die Einflussmöglichkeiten größer, um die Nahrungsmittelversorgung sozial gerecht und ökologisch nachhaltig zu gestalten. In vielen Regionen wird das Thema Ernährung jedoch nicht umfassend genug von Politik und Verwaltung angegangen. Ernährungsräte haben Potenzial, diese Lücke zu schließen.“

(Ernährungsräte inkota.de)

Sieh auch:

http://ernaehrungsraete.de/

ernährungsrat-frankfurt.de

Neubelebung der Seidenstraße zwischen China und Europa

Walter Tydecks stellt die historischen Anfänge der Seidenstraße zwischen China und Europa vor. Die chinesische Regierung greift die Idee der alten Seidenstraße für eine neue Strategie auf und baut schon seit einigen Jahren ökonomische Stützpunkte zu Land, Wasser und Luft auf. Am 12./13.5. 2017 hatte sie zu einem Kongress zur Neubelebung der Seidenstraße eingeladen, an dem über 100 Staaten teilnahmen. Außerdem wurden von Walter Aspekte philosophischer Grundlagen für diese neue Politik angerissen.

Infrastrukturprojekte im Rahmen der Neubelebung der Seidenstraße

Karte zur Seidenstraßeninititive (Mercator Institute for China Studies (MERICS)

Video zur neuen Seidenstraße

„Doch wer glaubt, das Seidenstraßenprojekt drehe sich nur um neue Handelswege, unterschätzt die Dimension, in der Pekings Führer denken. Die Länder entlang der Route in Asien und Ost- sowie Mitteleuropa sollen mit Pekings Hilfe ihre Wirtschaft auf Vordermann bringen und dafür Dankbarkeit zollen. Dass China bei den vielen geplanten Infrastrukturprojekten mit Ländern wie Kasachstan oder Burma die Aufträge seinen Staatsunternehmen zuzuschanzen versucht, wird weniger laut verkündet. Genauso wenig wie das diplomatische Kalkül, das Beobachter hinter Chinas Charme-Offensive vermuten: Wolle das Land tatsächlich irgendwann Amerika die Hegemonialrolle streitig machen, müsse es mehr Freunde gewinnen in der Welt. “ (Chinas neue Seidenstraße FAZ 27.12.2016)

Link zum Vortag von Walter Tydecks

Stichworte zur Diskussion am 26.6.17

Hafen von Piräus

„Im Zuge der griechischen Finanzkrise wurde die Hälfte des Containerhafens ab Oktober 2009 von PPA an das chinesische Staatsunternehmen China Ocean Shipping (Group) Company (kurz: COSCO) für die Dauer von 35 Jahren verpachtet. Eine anfängliche Investition von 500 Millionen Euro floss der griechischen Staatskasse nach Vertragsunterzeichnung zu. Die Chinesen zahlen für die Nutzung der Hafenanlage jährlich eine Gebühr von ca. 100 Millionen Euro.[11][12] Das Terminal II der Piraeus Container Terminal PCT S.A. (Tochterunternehmen von COSCO) befindet sich in direkter Nähe zum staatlichen PPA-Terminal I. Der chinesische Betreiber stand in der Kritik, da er nach Aussagen von Gewerkschaftern der staatlichen griechischen Hafengesellschaft PPA Kürzungen bei Gehältern und Sozialleistungen vorgenommen, Gewerkschafter ausgeschlossen und dadurch den Leistungsdruck stark erhöht haben soll.[13]“ (Seite „Hafen von Piräus“. In: Wikipedia, Die freie Enzyklopädie. Bearbeitungsstand: 19. März 2017, 16:30 UTC. URL: https://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Hafen_von_Pir%C3%A4us&oldid=163742790 (Abgerufen: 27. Juni 2017, 06:35 UTC)

HNA Group

http://www.zeit.de/wirtschaft/2017-06/china-handel-investition-entwicklungshilfe

(Hier wird auch auf die Position der NGOs eingegangen.)

Peter Frankopan „Licht aus dem Osten„, 2015

Zu betrachten wären darüber hinaus:

das chinesische Verständnis von internationaler Politik

die Auswirkungen der wirtschaftlichen Initiativen im Rahmen der neuen Seidenstraße auf Menschenrechtspolitik und Umweltschutz

Kritischer Kommentar von Arno Widmann: „Eine neue Seidenstraße wird es nicht geben, allenfalls wenige schnelle Verbindungen zu Chinas Absatzmärkten.“ FR 17.5.17

Internationale Pressestimmen zur Neuen Seidenstraße:

http://www.eurotopics.net/de/190066/was-bedeutet-die-neue-seidenstrasse-fuer-europa (November/Dezember 2017)

 

Stopp CETA/TTIP


In sieben Städten finden am Samstag, 17.9. Demonstrationen statt.

In Frankfurt um 12 Uhr auf dem Opernplatz vor der alten Oper, die Demonstranten starten vermutlich vom Basler Platz neben dem Hbf.

Wer an einer Gruppenfahrt mit der DB von Bensheim nach Frankfurt teilnehmen will, soll sich um 10:45 Uhr am Bahnhof einfinden, um 5er Gruppen zu bilden.

Schuldenreport 2016 und Boko Haram

  1. Schuldenreport 2016
    W. T. hat sich mit dem Eingangskapitel des Schuldenreports von erlassjahr.de und misereor befasst und berichtet. 108 Länder sind kritisch verschuldet, besonders einige aus den ehemaligen GUS-Staaten, aus dem Nahen Osten, aus der Karibik und Indien. Die wichtigsten Ursachen sind fallende Rohstoffpreise, geringe Wachstumsraten und die niedrigen Zinsen. Vor dem G-20-Gipfel in Deutschland im nächsten Jahr wurde schon eine Kampagne durch erlassjahr.de gestartet, um zu einem international gültigen Insolvenzverfahren zu kommen. Wir wollen uns bei weiteren Treffen mit Details aus dem Schuldenreport befassen. Interessierte können auf der Internetseite von erlassjahr.de mehr erfahren.

  2. Boko Haram
    K. K. zitiert aus dem Manuskript der Sendung im swr2 am 10.05.2016 „Boko Haram – ein Lehrstück in Staatsversagen“. Die Entstehung der Terrororganisation im Norden Nigerias lehrt, wie aus dem Zusammenkommen vieler Elemente und Anlässe seit der Unabhängigkeit 1960 und davor eine islamistische Organisation hervorgeht, die mit Bomben und Militär nicht klein zu kriegen ist. Die Sendung kann nachgehört oder -gelesen werden unter www.swr2.de/wissen.

„Die Piroge“

Der Film „Die Piroge“ von Moussa Touré, mit Laïty Fall und Malaminé ‚Yalenguen‘ Dramé wurde am 10.12.15  gezeigt.

In Die Piroge riskiert eine Gruppe afrikanischer Männer den Tod – um leben zu dürfen.

In einer Küstenstadt Senegals packen eine handvoll Männer ihr Hab und Gut in Fischerboote. Unter der führenden Hand von Baye Laye (Souleymane Seye Ndiaye) treten sie eine Reise an, die die die Männer möglicherweise niemals beenden werden. Doch noch schlimmer wäre die Zukunft, die sie zu erwarten hätten, wenn sie blieben, wo sie sind. Im Wissen, dass bereits Tausende vor ihnen dieses Vorhaben das Leben gekostet hat, stechen die Männer in See und fahren in Richtung des angepriesenen Paradieses Europa. Schon bald macht der Kampf mit den Elementen den Männern schwer zu schaffen. Schlimmer allerdings sind die rauen Winde an Bord der Fischerboote selbst…

Hintergrund und Infos zu Die Piroge
Moussa Touré inszenierte sein Drama Die Piroge (La pirogue) mit fast dokumentarischem Gestus. In seiner Geschichte finden sich die Schicksale vieler flüchtiger Afrikaner wieder, die die Risiken eines solchen Unterfangens tatsächlich auf sich nehmen, um von Afrika nach Europa zu fliehen – in den meisten Fällen mit tödlichem Ausgang. Die Pirogue beruht auf Abasse Ndiones Roman Mbëkë mi. A l’assaut des vagues de l‘ Atlantique.

Die 2030-Agenda für nachhaltige Entwicklung

Am 25. September 2015 haben die Staats- und Regierungschefs auf dem UN-Gipfel in New York die „2030-Agenda für nachhaltige Entwicklung“ verabschiedet. Damit wollen sie bis zum Jahr 2030 globale Herausforderungen wie Hunger und Armut, soziale Ungleichheit, übermäßigen Ressourcenverbrauch und den fortschreitenden Klimawandel bewältigen.

„Wir verpflichten uns, auf dieser großen gemeinsamen Reise, die wir heute antreten, niemanden zurückzulassen.“ So lautet eine zentrale Zusage. In dem Dokument unter dem Titel „Transformation unserer Welt: die Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung“ http://www.un.org/depts/german/gv-70/a70-l1.pdf verpflichten sich alle Nationen, unsere Welt in den nächsten eineinhalb Jahrzehnten grundlegend zum Positiven zu verändern (mehr…)

Kernelement der 2030-Agenda sind 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung (Sustainable Development Goals, SDG), die den Staaten in den kommenden 15 Jahren als Handlungsrahmen für die Gestaltung nachhaltiger Entwicklung weltweit dienen werden. Die 17 Ziele der Agenda sollen dazu beitragen, allen Menschen weltweit ein Leben in Würde zu ermöglichen. (mehr…)