Archive for Oktober 2010

Lage im Sudan

Das flächenmäßig größte Land Afrikas verdient mehr Aufmerksamkeit in Deutschland. Es ist nicht nur reich an Bodenschätzen, was China durch seine guten Beziehungen zum herrschenden Regime auszunutzen weiß, sondern es schwelen dort auch gewaltige politische Konflikte.

Die Vertreibungen und Überfälle in Darfur halten an. Die Rückkehr der zwei Millionen Flüchtlinge ist nicht in Sicht. Die autonome Region Südsudan steht nach einem langen Bürgerkrieg vor der Frage der Unabhängigkeit von der Zentrale in Khartum. Ob eine Eigenstaatlichkeit ohne neues Aufflammen des Bürgerkrieges akzeptiert wird, ist sehr zu bezweifeln.

Der Präsident des Sudan El-Bashir ist vor dem Internationalen Strafgerichtshof wegen schwerer Verbrechen gegen die Menschlichkeit und wegen Völkermord angeklagt.

Die Entwicklung des Sudan in den letzten Jahrzehnten, die Lage der Menschenrechte und das Verhalten der Weltgemeinschaft zur Anklage des sudanesischen Präsidenten war das Schwerpunktthema beim Treffen am Dienstag 28. 10. .

Ulrich Grom von Amnesty International führte in das Thema ein.

Chinas Investitionen im Sudan

Gegen Öllieferungen
werden vor allem Straßen gebaut und die Eisenbahnlinie von Port Sudan am
Roten Meer nach Khartum modernisiert, Lokomotiven und Waggons geliefert. Die
Chinesen werden von einer deutschen Consulting-Firma beraten und kontrolliert,
um Qualitätsmängel auszuschließen. Die Chinesen nutzen eine Lücke, die durch
das Wirtschaftsembargo der USA und der EU entstanden ist. Welche langfristigen
Ziele China mit seinem Engagement in Afrika verfolgt, ist noch nicht eindeutig zu
erkennen. Politische Vorgaben werden derzeit nicht gemacht. Rohstoffsicherung
und Nahrungsmittelsicherheit scheinen Hauptinteressen zu sein.

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