Archive for Mai 2009

Flüchtlingsdramen im Mittelmeer

Nord-Süd-Forum Treffen am 26. 05. 2009

Fast täglich kentern Boote mit flüchtenden Menschen vor den Küsten der Mittelmeerländer. Die Zahl der Ertrunkenen kennt niemand genau, aber es sind mehr als tausend pro Jahr, die vor der EU-Außengrenze ihr Leben verlieren. Die Behandlung der an Land lebend Ankommenden  ist oft unmenschlich. Wer sind die Menschen, die versuchen Europa zu erreichen? Woher kommen sie und warum kommen sie? Sind sie schutzbedürftig? Die EU versucht mit allen Mitteln, sie an der Einwanderung zu hindern. Werden die Menschenrechte dabei gewahrt?

Das Nord-Süd-Forum macht bei seinem Treffen am Dienstag, den 26. Mai die Zuwanderung über das Mittelmeer und die Abwehr der EU zum Thema. Ulrich Grom von Amnesty International,  Regionalgruppe Bergstraße, wird mit Zahlen, Fakten und Daten die Situation beschreiben, über die Rechtsgrundlage und die Abwehrmechanismen, die die europäischen Staaten geschaffen haben, und die Aufgabe von Frontex berichten. Vor allem aber gilt es, sich über die Ursachen von Flucht und Migration Klarheit zu verschaffen, wenn man Schleusern und Geschäftemachern das Handwerk legen will. Die Diskussion wird sich auch mit der Frage, wie soll die Einwanderungspolitik der EU aussehen,  befassen  müssen.
Das öffentliche Treffen findet im Mehrgenerationenhaus, Klostergasse 5a um 20 Uhr statt. Interessierte sind herzlich willkommen.

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Mit Schulden fair verfahren

17.Mai 2009
Unterschriftensammlung auf bunten Wimpeln

Das Nord-Süd-Forum Bensheim ist am autofreien Sonntag, 17. Mai, mit einem Stand im Hof der Karl Kübel Stiftung vertreten, wo mehrere Vereine und Gruppen ein buntes Programm bieten. Am Stand des Nord-Süd-Forum wird über die besondere Situation, mit der sich die armen Entwicklungsländer durch die weltweite Finanzkrise konfrontiert sehen, hingewiesen. Wir beteiligen uns an einer Kampagne von erlassjahr. de, die unter dem Motto steht „Mit Schulden fair verfahren. Damit nicht die Armen die Krise bezahlen.“ Auf bunten Wimpeln werden Unterschriften für ein faires Insolvenzverfahren für überschuldete Entwicklungsländer gesammelt.

In vielen der ärmsten Länder wirkt sich die Krise bereits jetzt aus: Schulunterricht fällt aus, weil Lehrer nicht bezahlt werden, Lernmittel fehlen, in Krankenhäusern gibt es zu wenig Ärzte, Pflegepersonal und Medikamente. Über Mittel zur Stützung der Wirtschaft verfügen diese Länder nicht, anders als die westlichen Industriestaaten. Dringend benötigte Investitionen in den Bereichen Bildung und Gesundheit bleiben aus, weil viele Staaten seit Jahren von Zahlungsunfähigkeit bedroht sind. Die gegenwärtige Krise verschärft diese schlimme Lage noch.
Deshalb wird ein Internationales Insolvenzverfahren für hoch verschuldete Staaten gefordert. Dieses Verfahren würde die Grundversorgung der Bevölkerung sicherstellen. Zudem würde es verhindern, dass die Staaten Kredite zu völlig überhöhten Zinsen aufnehmen und es würde garantieren, dass zivile Organisationen in den Prozess der Entschuldung einbezogen werden. Solange diese Länder arm bleiben, können sie nicht an der Weltwirtschaft teilnehmen und gleichberechtigte Partner der EU-Länder sein. Die Flüchtlingsdramen im Mittelmeerraum zeigen die Folgen der Verarmung.

Die gesammelten Unterschriften sollen vor der Bundestagswahl auf einer zentralen Abschlussveranstaltung in Berlin präsentiert werden. Mit vielen tausend Wimpeln zusammen sollen sie eine klare Aufforderung an die Bundesregierung sein, sich für ein Internationales Insolvenzverfahren einzusetzen.

Bildungsförderung in Südafrika

Beim Treffen des Nord-Süd-Forum am Dienstag, 28.4.2009, berichteten zwei Mitglieder des Vereins „Masifunde Bildungsförderung“ über dessen entwicklungspolitische Arbeit.

Der Verein wurde von Studenten und jungen Berufstätigen 2005 gegründet und hat seinen Sitz in Bensheim. Sie haben längere Zeit in Südafrika verbracht und dort das Leben in den Townships näher kennen gelernt. Inzwischen arbeitet ein Netzwerk von über 45 aktiven SchülerInnen, Studierenden und jungen Berufstätigen für Masifunde. Die Mitarbeiter arbeiten rein ehrenamtlich und sind deutschlandweit verteilt. Die Vereinsmittel ermöglichen Kindern in benachteiligten Wohngebieten in Südafrika den Zugang zu schulischer Bildung, individueller Hausaufgabenbetreuung und lebenspraktischer außerschulischer Bildung. Masifunde ist ein Beispiel für das solidarische Engagement jüngerer Menschen, die nicht auf die große Weltverbesserung warten wollen, sondern schon jetzt das tun, was die Armut in der Welt verringern kann. Für diese Arbeit der internationalen Versöhnung wurde der Verein im Jahr 2008 mit dem Marion-Dönhoff-Förderpreis ausgezeichnet.

Armutsbekämpfung

Beim monatlichen Treffen des Nord-Süd-Forum am 24.3.09 stand das Thema „Internationale Strategien der Armutsbekämpfung seit 1945“  im Mittelpunkt. Die Verringerung der Zahl der Armen in der Welt bis 2015 um 50 Prozent ist eines der wichtigsten Milleniumsziele der UN.

Schon jetzt ist absehbar, dass dieses Ziel wahrscheinlich nicht erreicht wird. Wenn die Bundesregierung die Hypo Real Estate Bank mit mehr 100 Milliarden Euro stützt und die US-Regierung mehr als eine Billion Dollar in die Wirtschaft pumpt, können die 60 bis 100 Milliarden US-Dollar pro Jahr, die für die Beseitigung der bittersten Armut erforderlich sind, kein Problem darstellen.

Andererseits ist Armut nicht nur unter dem Aspekt des Mangels an Einkommen zu sehen. Mittellosigkeit verurteilt auch zur Machtlosigkeit im politischen Sinn. Diese Erkenntnis führt zu einer anderen Strategie in der Armutsbekämpfung. Es kommt darauf an, aus Opfern Akteure mit Rechten zu machen.

Ist Deutschland zukunftsfähig?

Am Donnerstag, 19.03.2009, um 20 Uhr ging es im Haus am Markt Bensheim um diese Frage.

Klimawandel, Hungerkrise, Rohstoffknappheit und Naturzerstörung stehen auf der internationalen Tagesordnung. Dennoch geht in der Politik, in der Wirtschaft und im Alltag vieles weiter wie bisher: Für Flughäfen werden neue Start- und Landebahnen geplant, neue Kohlekraftwerke sollen gebaut werden und Heizpilze sprießen aus dem Boden. Im Zweifelsfalle sind der Politik die Ankurbelung der Nachfrage und die Interessen der Autoindustrie wichtiger als der Klimaschutz. Und selbstverständlich sollen Lebensmittel, T-Shirts und Turnschuhe wenig kosten.
Hier kann man eine Broschüre herunterladen, die über die Studie „Zukunftsfähiges Deutschland“ informiert.

Der Vortrag konzentrierte sich besonders auf den Teil des Buches, der sich mit dem Welthandel beschäftigt.

Ein gerechter Welthandel ist einer der Schlüssel für eine nachhaltige Entwicklung. Handel eröffnet Chancen für Entwicklung und Armutsbekämpfung – oder aber er verwehrt sie. Ein Beispiel ist der Export von künstlich verbilligten Hähnchen aus der EU nach Afrika.

vgl. auch Evangelischer Entwicklungsdienst zu Welthandel